Nachlese zum Festgottesdienst am 1. Advent

Für alle, die nicht dabei waren oder die den Festgottesdienst zum 60jährigen Bestehen unserer Gedächtniskirche am 1. Advent nochmals Revue passieren lassen wollen – hier können Sie nachlesen und nachschauen, wie’s war.

Gedächtniskirche und Figuralchor feierten ihren 60. Geburtstag.

Sehr gelungen und gut besucht war der Festgottesdienst am 1. Advent zum 60 jährigen Bestehen unserer Gedächtniskirche.  Damals – am 1. Advent 1957 - zog die Gemeinde, nachdem sie vom bisherigen Gottesdienstraum im Gemeindehaus Abschied genommen hatte, unter den Klängen des Liedes „Macht hoch die Tür“  in die neue Kirche ein.

 

In seiner Begrüßung erzählte Stadtdekan Søren  Schwesig davon.

Herzlich willkommen zu diesem Gottesdienst am 01. Advent.

Es ist der 01. Advent 1957. Ein klarer, sonniger Wintertag. Die Gemeinde hat sich im Gemeindehaus versammelt. Sie verabschiedet sich von dem Saal, der 14 Jahre lang der Gemeinde als Notkirche gedient hat. Die Altarkerzen werden gelöscht, Altarbibel und Abendmahlsgefäße in festlichem Zug in die neue Kirche hinübergetragen. Der Vorplatz der Kirche ist damals eine Baustelle, auf der sich die Gemeinde drängt. Den Turm umschließt noch ein Stahlrohrgerüst. Aus der Glockenstube ertönt das Geläut der beiden Stahlglocken, die der Krieg übriggelassen hat, die aber schon drei Wochen später durch fünf neue Glocken ersetzt werden. Den Kirchenschlüssel übergibt Architekt Helmut Erdle an die Stuttgarter Gesamtkirchengemeinde, diese an Landesbischof Martin Haug und dieser dem Gemeindepfarrer Werner Jetter.

So beschreibt 30 Jahre später Prof. Werner Jetter rückblickend dieses Ereignis. Und heute gedenken wir der Einweihung vor 60 Jahren. Herzlich willkommen. Und stimmen dasselbe Lied an, mit dem die Gemeinde vor 60 Jahren eingezogen und die Kirche in Besitz genommen hat.

Aber zuvor noch diese Anekdote: Auf dem GD-Liedblatt damals findet sich folgende Anweisung: „Wegen des zu erwartenden Andrangs beim Festgottesdienst kann die Kirche nur gegen Vorzeigen einer Einlasskarte betreten werden“ … und dann noch der Hinweis: „Den Weisungen der Ordner bitten wir Folge zu leisten.“ Das hatte damals doch noch Zucht und Ordnung. Herrlich! Und nun singen wir:  Macht hoch die Tür.

 

Der 1. Advent 1957 war auch die Geburtsstunde des Figuralchors. In nur zwei Monaten hatte Helmuth Rilling, der neue Kantor an der Gedächtniskirche, aus dem alten Chor und vielen begabten und begeisterungsfähigen Sängern ein neues Ensemble  geformt, das die Einweihung der Gedächtniskirche musikalisch umrahmte. Seither gibt es den Figuralchor der Gedächtniskirche.

Zur Aufführung kamen damals der Eingangschor der Kantate 61  „Nun, komm, der Heiden Heiland“ von J.S. Bach und die Motette für zwei vierstimmige Chöre „Nun lob, mein Seel, den Herren“ von H. Schütz. Beide Musikstücke waren auch im Jubiläumsgottesdienst am 1. Advent 2017 zu hören, dargeboten vom Figuralchor, der GedächtniosVielharmonie und dem Posaunenchor.

„Die Botschaft der Bibel lässt Menschen bleiben“ war das Thema der Festpredigt von Stadtdekan Søren Schwesig über den Predigttext Offenbarung 5,1-5, die Sie  hier nachlesen können.

Was mir an der Gedächtniskirche gefällt

Aufschlussreich, je geradezu spannend war der Kurzvortrag von Norbert Bongartz im Anschluss an der Gottesdienst. Er kam zum Resümee: Die Gedächtniskirche war und ist kein Experimentalbau (also kein "Glas-Aquarium" oder eine durchgerasterte Betonkiste); sie besitzt auch keine sakrale Monumentalität oder die Nüchternheit eines reinen Betsaals. Sie ist eher eine sehr differenziert "gebaute Wundertüte"...

 

 

Hier im Download können Sie nachlesen und nachschauen, was die Wundertüte Gedächtniskirche an Überraschungen bereithält.