Der Pfarrplan und die Zukunft unserer Gemeinde

 

Ein Statement von Pfarrerin Heidi Essig

 

 

Aus der Zeitung haben viele von Ihnen erfahren, dass es auch in unserem Dekanat zu Einsparungen von Pfarrstellen kommen wird. Im Folgenden möchte ich Ihnen beschreiben, was dies für unsere Gemeinde bedeutet.

 

Was ist der „Pfarrplan 24“?

Mancher hat sich gefragt, warum es in der Kirche immer heißt „Wir müssen sparen und kürzen“, wenn gleichzeitig die Steuereinnahmen sprudeln?

Es geht darum, dass unsere Landeskirche langfristig planen muss, um auch in der Zukunft die Gemeinden mit ihren Kirchen, Gemeindehäusern und nicht zuletzt Pfarrstellen zu erhalten.

Gemeindearbeit wird sich zukünftig verändern. Das Ziel ist, dass unsere Kirche mit ihren Gemeinden langfristig finanziell abgesichert bleibt. Dazu braucht es den geplanten Rückbau.

Was sind nun die genauen Gründe dafür?

  • langfristig wird die Finanzkraft der Landeskirche zurückgehen

  • es gibt zu wenig Pfarrerinnen und Pfarrer für die vielen nicht besetzten Pfarrstellen, vor allem auf dem Land 

  • die Zahl der Gemeindeglieder geht zurück

Damit nicht nur die Gemeinden in der Stadt zukünftig gut ausgestattet bleiben, sondern auch die Landgemeinden, hat die Landessynode für jedes Dekanat einen Pfarrstellenschlüssel errechnet. Auf diese Weise werden die Einsparungen von allen getragen. Für das Dekanat Stuttgart wurde folgender Pfarrstellenschlüssel errechnet:

2075 Gemeindeglieder bedeuten 1 volle Pfarrstelle.

Auf das Dekanat der Gesamtkirchengemeinde gerechnet, ergibt sich daraus, dass bis zum Jahr 2024 insgesamt 5,5 Pfarrstellen eingespart werden müssen. Das ist schmerzhaft.

Die Sonder-Pfarrplankommission unseres Dekanats hat Vorschläge gemacht, wie und wo diese Stellen eingespart werden können. Sie hatte dabei im Blick, dass überall weiterhin eine gute Gemeindearbeit gewährleistet werden soll.

 

Was bedeutet der Pfarrplan 24 für unsere Gemeinde?

Die Gedächtnis- und Rosenbergkirchengemeinde wird im Dekanat Stuttgart dem Nord-West-Distrikt zugerechnet. Dazu gehören die Nordgemeinde mit ihren 3 Pfarrstellen, die Waldkirchengemeinde mit 1 Pfarrstelle und wir mit 2,5 Pfarrstellen.

Laut den Vorgaben der Pfarrplankommission ist es die Waldkirche, die aufgrund ihrer Gemeindegliederzahl eine halbe Pfarrstelle einsparen muss.

Zugleich ist in der Diskussion, dass die Pfarrstelle des Stadtdekans und seiner Referentin von der Gedächtniskirche an die Hospitalkirche verlegt werden soll. Dies würde für unsere Gemeinde eine Kürzung der Pfarrstellen um 50 % bedeuten. Der Kirchengemeinderat hat sich bisher dagegen ausgesprochen.

 

Wie gehen wir vor?

Wir sind auf mehreren Ebenen tätig. Einmal im Kirchengemeinderat (KGR), dann im Sonder-pfarrplanausschuss NW und in vielen Gesprächen über unsere Kirchengemeinde hinaus.

Das Ziel des KGR ist es, dass unsere Gemeinde auch zukünftig eine Beheimatung sein soll: Ein Ort mit dem sich unsere Gemeindeglieder (Sie!) identifizieren können.

Wir wollen weiterhin eine offene Kirche bleiben, die mit ihren Angeboten Menschen einlädt, daran teilzunehmen.

Ein weiteres Ziel des KGR ist es, dass auch zukünftig die Präsenz der Pfarrerinnen und Pfarrer spürbar bleibt.

Im Sonder-Pfarrplanausschuss NW ist jede Gemeinde mit mehreren Personen vertreten, dort beraten wir neue Formen und Gelegenheiten der engeren Zusammenarbeit bis hin zu Überlegungen, sich mit einer Nachbargemeinde, wie etwa der Waldkirchengemeinde, zusammenzuschließen.

Doch bevor ein so weitreichender Beschluss gefasst werden kann, müssen wir einander kennenlernen. So fand im Mai eine gemeinsame Sitzung mit dem Kirchengemeinderat der Waldkirche statt. Wir haben Zeit bis ins Frühjahr 2018, da muss ein Vorschlag der Landessynode vorliegen.

 

Zu gegebener Zeit werden wir auch alle Gemeindeglieder und Interessierte zu einem Informationsabend einladen!

 

Vieles ist also noch offen, doch wir werden uns bemühen, die Spielräume, die uns gegeben sind, zu nutzen zugunsten unserer Kirchengemeinde und der Gemeinden im NW-Distrikt!

 

Pfarrerin Heidi Essig-Hinz