A Dieu - Der Abschied von Pfarrerin Heidi Essig-Hinz

Mit zwei Gottesdiensten, morgens in Gedächtnis und abends in Rosenberg, haben wir am 26. Juli 2020 Pfarrerin Heidi Essig-Hinz verabschiedet. Nach beinahe acht Jahren hat sie die Gedächtnis-Rosenberggemeinde zum 31.08.2020 verlassen, um in Leonberg ein neues Kapitel in ihrem Berufsleben aufzuschlagen.

Für unsere Gemeinde war das zunächst ein sehr trauriger Tag, denn wir lassen Frau Essig-Hinz äußerst ungern ziehen, hat sie doch in den vergangenen Jahren sehr viele positive Spuren bei uns hinterlassen. Wir werden viele ihrer Eigenschaften vermissen.

Etwa ihre freundliche Art, auf Menschen zuzugehen, wie sie buchstäblich vom ersten Tag an hier in der Gemeinde spürbar war.

Damals kam Heidi Essig-Hinz bereits vor ihrer Investitur bei uns in der Chorprobe vorbei, um sich als die neue Pfarrerin der vorzustellen. Diese Freundlichkeit konnte man anschließend bei jeder Veranstaltung, nach jedem Gottesdienst oder bei zufälligen Begegnungen im Stuttgarter Westen feststellen. Durch ihre gewinnende Art hat Heidi Essig-Hinz viele, auch eher kirchenfernere Menschen angezogen und zu regelmäßigen Besuchern von Veranstaltungen unserer Gemeinde gemacht.

Auch ihr Humor, den sie mit ihrem Mann teilt, wird uns fehlen. Oft haben wir gemeinsam über die kleinen und großen Dinge des Lebens gelacht, sei es über die schwarzen Regenschirme des Autors dieser Zeilen, Übernachtungsgäste oder ein fehlendes Spatium in den Rohtexten des Gemeindebriefes. So gingen auch die längsten Sitzungen kurzweilig vorüber. Die Kreativität, die Frau Essig-Hinz ins Gemeindeleben einbrachte, führte nicht nur zum Schaffen neuer Formate wie dem Abendlob oder der Kinokirche. Auch die Gestaltung ihrer Taizé-Andachten ist  zu nennen oder die Mit-Organisation von Höhepunkten im Gemeindeleben wie dem Tag der offenen Tür am 12.07.2014 oder dem Tag in Rosenberg am 19.04.2015. Bei solchen Gelegenheiten wurde immer besonders spürbar, wie wichtig für Frau Essig-Hinz die Arbeit in einem Team ist. Und schlussendlich (und das ist fast das Wichtigste): Sie ist eine hervorragende Gottesdienstmacherin und Liturgin. Jede ihrer Predigten habe nicht nur ich aufmerksam verfolgt; es machte mir große Freude, an ihren Gottesdiensten bei der Schriftlesung, den Fürbitten oder dem Abendmahl mitzuwirken.

All das wird uns sehr fehlen. Doch die Freude, die Jahre von Frau Essig-Hinz in unserer Gemeinde intensiv miterlebt zu haben, nahm dem traurigen Tag des Abschieds letztlich doch seine Schwere. Es war eine schöne und ereignisreiche Zeit.

 

Christoph Peschl

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,

sondern der Kraft und der Liebe

und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7)

 

Ein ermutigender Zuspruch für besondere Zeiten, wie wir sie durch die Corona-Pandemie im Moment haben. Ebenso schenkt dieses biblische Wort Zuversicht, wenn Veränderungen im eigenen Leben anstehen. Bei mir ist das in diesen Tagen der Fall.

Nach acht Jahren in der Rosenberg- und Gedächtniskirchengemeinde heißt es für mich, Abschied zu nehmen von den vielen Menschen, die mir hier im Stuttgarter Westen begegnet sind – bei Gottesdiensten, Festen und Feiern; im Konfirmandenunterricht und in der Schule; bei Hausbesuchen und Gesprächen auf der Straße.

Mit vielen konnte ich frohe Stunden erleben, andere in den schweren Zeiten einer Krankheit oder beim Abschiednehmen auf dem Friedhof begleiten. Viele Lebensgeschichten stehen mir vor Augen, Gespräche über dies und das und über Gott und die Welt werden mir in Erinnerung bleiben. Ich war gerne Ihre Pfarrerin im Team mit meinen Kolleginnen und Kollegen. So werde ich an meine neue Stelle als geschäftsführende Pfarrerin an der Stadtkirche in Leonberg viele schöne Erfahrungen mitnehmen.

 

‚Ade‘ sagt man auf gut Schwäbisch. ‚Gott mit dir‘ meint das französische ‚A dieu‘. Das wünsche ich allen im Stuttgarter Westen und insbesondere meiner geschätzten Rosenberg- und Gedächtniskirchengemeinde.

 

Mit herzlichen Grüßen

Pfarrerin Heidi Essig-Hinz