Gemeindereise nach Israe l – Ein persönlicher Reisebericht

Beglückt, erschöpft und erfüllt: So machten sich 34 Mitglieder der Wald-, Gedächtnis- und Rosenbergkirchengemeinden nach sieben Tagen intensiver Besichtigungen und Begegnungen wieder auf den Heimweg nach Stuttgart.

Dank eines kongenialen Reiseleiter-Dreigestirns war eine Annäherung an das Land auf verschiedenen Ebenen möglich. Als ideale Ergänzung zu den geschichtlichen Informationen und biblischen Bezügen von Barbara Wenzlaff und Eckhard Benz-Wenzlaff stellte sich unser israelischer Reiseleiter Reuven Barak heraus. Er schärfte uns auf sehr persönliche Weise den Blick für den gelebten Alltag in Israel. Ein großes Geschenk an die Reisegruppe war die Besichtigung des Kibbuz Ashdot Yaakov, in dem er selbst als Sohn des Kibbuz-Gründers aufgewachsen war und dem er seit gut 70 Jahren verbunden ist. Leben und Organisationsform, aber auch die modernen Auflösungserscheinungen, die diese Einrichtung zeitigt, hätte uns kein anderer so detailliert und emotional schildern können wie er.

Selbstverständlich standen die emblematischen Stätten des Christentums auf dem Reiseprogramm: Neben Jerusalem auch Nazareth, Kapernaum am See Genezareth und Bethlehem. Immer wieder bot sich an diesen besonderen Orten die Gelegenheit zu einer kurzen und von allen sehr geschätzten inneren Einkehr in Form eines Psalms, eines Bibelworts, eines Gebets oder gemeinsamen Singens.

Die bedeutenden archäologischen Ausgrabungen wie das mächtige antike Megiddo und Caesarea sowie die Festung Masada und die Schriftrollen-Fundstätte Qumran durften ebenso wenig fehlen wie der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, die die Gruppe zutiefst berührt und sprachlos zurückließ.

Ein Abstecher zu den Golanhöhen und der Besuch in der christlich geführten Behinderteneinrichtung Lifegate in Palästina offenbarte die schwierige politische Gemengelage der ganzen Region, die diesen Teil der Erde wohl zur kompliziertesten aller Welten macht.

Raum für Austausch und geistliche Impulse war zwar knapp, aber vorhanden. Insbesondere die Abendrunden, wenn man sich zum Nachgespräch und gemeinsamen Singen traf, eröffneten neue Perspektiven und ließen die Gruppe in Windeseile zusammenwachsen Von Herzen sei unserem Guide Reuven und unserem Pfarrersehepaar gedankt für diese Reise, die so starke wie innige, verwirrende und widersprüchliche Eindrücke hinterlässt. Ihnen und allen Menschen, nah und fern, gelte nun der Friedensgruß: Shalom aleichem!

 

Clarissa Soder